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Rassemblement National
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Der (auch: das) Rassemblement National (RN, deutsch Nationale Sammelbewegung; bis Juni 2018 Front National, FN, deutsch Nationale Front) ist eine rechtspopulistische bis rechtsextreme sowie EU-skeptische Partei in Frankreich. Sie definiert sich selbst seit einigen Jahren als âweder rechts noch linksâ sowie als âpatriotischâ, âpopulistischâ und âsouverĂ€nistischâ, bedient sich dabei jedoch rechtsextremer Stilistiken und Argumentationen.
Seit der Parlamentswahl im Juni 2022 ist die Partei mit 89 von 577 Sitzen in der französischen Nationalversammlung vertreten. Parteivorsitzender war von 1972 bis 2011 ihr GrĂŒnder Jean-Marie Le Pen, gefolgt bis 2022 von seiner Tochter Marine Le Pen. Seit November 2022 ist Jordan Bardella der Parteivorsitzende.
Contents
âą Programm
âą Protektionismus
âą AuĂenpolitik
âą Familie Le Pen
âą Geschichte
âą Die Spaltung
âą Wahlergebnisse
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Programm
âFranzosen zuerstâ
Die Sammlungsbewegung Rassemblement National beschreibt sich selbst als âpatriotischâ und ânationalâ im Sinne von âfranzösischer IdentitĂ€t, Tradition und SouverĂ€nitĂ€tâ. Ein zentrales Konzept des RN ist die prĂ©fĂ©rence nationale, die nationalistisch organisierte Bevorzugung der Franzosen, gemÀà dem Motto Les Français dâabord (âFranzosen zuerstâ, so auch ein Buchtitel von Jean-Marie Le Pen).cite-ref-2[2] So sollen französische StaatsbĂŒrger bei der Arbeitsplatzsuche und bei Sozialleistungen gegenĂŒber Nichtfranzosen bessergestellt werden. KlassenwidersprĂŒche sollen durch national-soziale Lösungen ĂŒberwunden werden. Ăber die Vorstellung einer âsozialâ verstandenen Nation â Social parce que national (âSozial weil nationalâ) â bleibt die Marktwirtschaft ein nationales Interesse. Das Rechts-links-Schema wird in Frankreich vor allem an der Wirtschafts- und Sozialpolitik festgemacht; die VorgĂ€nger-Organisation Front National prĂ€gte daher das Motto Ni Droite ni Gauche â français! (âWeder rechts noch links â französisch!â).cite-ref-lepoint-0102201113-3-0[3]
Protektionismus
In den 1970er und 1980er Jahren konnte die Parteilinie in Abgrenzung zum Etatismus der regierenden Linksparteien als neoliberal verstanden werden, Zielgruppe waren vor allem kleine SelbstÀndige und MittelstÀndler. Jedoch vollzog die Partei einen Kurswechsel hin zur Ablehnung der wirtschaftlichen Globalisierung und zum Protektionismus, sie spricht damit heute vermehrt Arbeiter und Arbeitslose an. So fordert die Partei u. a.:
âą die Nationalisierung der Banken, der RĂŒstungsindustrie und anderer Industriezweige,cite-ref-4[4]
âą die EinfĂŒhrung von Schutzzöllen zum Schutz der einheimischen Landwirtschaft und Industrie.
Einwanderung und Integration
Den anderen Parteien wird vorgeworfen, sie zerstörten â besonders durch die Einwanderung â eine französische nationale Marktwirtschaft und seien damit verantwortlich fĂŒr die Arbeitslosigkeit. Eine der wichtigsten Forderungen des RN ist die BeschrĂ€nkung der Einwanderung, insbesondere der aus nichteuropĂ€ischen LĂ€ndern. WĂ€hrend der PrĂ€sidentschaftswahlen 1995 forderte der damalige Parteivorsitzende Jean-Marie Le Pen die RĂŒckfĂŒhrung von drei Millionen NichteuropĂ€ern aus Frankreich â hier ist die Parteilinie inzwischen gemĂ€Ăigter. Besonders die Einwanderung aus muslimischen LĂ€ndern wird kritisch gesehen: Die Partei warnt vor einer âIslamisierungâ des Landes. Das Thema âEinwanderungâ ist seit den 1980ern das Hauptwahlkampfthema der Partei. Seit 2007 wird im Sinne einer Modernisierung im Programm eine beschrĂ€nkte Zuwanderung zugestanden.
Im Einzelnen fordert die Partei in ihrem Programm:cite-ref-frontnat-5-0[5]
âą Illegale Einwanderer, in Frankreich als sans-papiers (âohne Papiereâ) bezeichnet, sollen ausgewiesen werden. Die nachtrĂ€gliche Legalisierung der sans-papiers soll ebenso verboten werden wie Organisationen, die sich fĂŒr deren Legalisierung oder deren Bleiberecht einsetzen.
⹠Die jÀhrliche legale Zuwanderung nach Frankreich soll auf 10.000 Personen beschrÀnkt werden.
⹠Wer als AuslÀnder straffÀllig wird, soll sofort, wer seine Arbeit verliert, nach einem Jahr das Aufenthaltsrecht in Frankreich verlieren.
âą Das Asylrecht soll nach dem Vorbild Japans drastisch verschĂ€rft werden, um die Zahl der Asylbewerber und Asylberechtigten zu senken. Die FamilienzusammenfĂŒhrung soll abgeschafft werden.
âą Das ius soli zur Erlangung der französischen StaatsbĂŒrgerschaft soll gestrichen werden (âLa nationalitĂ© française sâhĂ©rite ou se mĂ©rite!â deutsch Die französische Staatsangehörigkeit erbt man oder man verdient sie sich). Die EinbĂŒrgerung soll erschwert und die doppelte StaatsbĂŒrgerschaft auĂer fĂŒr EU-BĂŒrger abgeschafft werden.
âą FĂŒr den Bau weiterer Moscheen sollen strenge Regeln gelten, etwa keine (auch indirekte) Finanzierung durch den französischen Staat und keine Finanzierung aus dem Ausland.
âą âSichtbare religiöse Symboleâ wie etwa das islamische Kopftuch sollen in öffentlichen Einrichtungen verboten werden.
StrafverschÀrfung
Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen 2002 wurde das Thema âRecht und Gesetzâ stĂ€rker betont. Die StrafverschĂ€rfung, zu der auch die geforderte WiedereinfĂŒhrung der Todesstrafe gehört, ist ein wichtiger Programmpunkt.cite-ref-6[6]cite-ref-7[7]
AuĂenpolitik
âą Die EuropĂ€ische Union soll zu einem âEuropa der Nationenâ umgestaltet werden, das jedem Nationalstaat die Beibehaltung seiner nationalen SouverĂ€nitĂ€t erlaubt.
⹠Austritt aus dem Schengener Abkommen oder eine Neuverhandlung, die Frankreich die Kontrolle seiner Staatsgrenzen ermöglicht.
âą Austritt aus der Euro-Zone.
Haltung zu Russland
Der Front National bezieht traditionell pro-russische Positionen. Laut durchgesickerten Mails des Leiters der Kremlabteilung fĂŒr Informationspolitik Timur Prokopenko fragte der Kreml im MĂ€rz 2014, sechs Tage vor dem Krim-Referendum, um UnterstĂŒtzung nach und stellte eine finanzielle VergĂŒtung in Aussicht. Der FN verteidigte daraufhin die prorussische Position.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Im September 2014 erhielt der Front National einen Kredit von 9,4 Millionen Euro bei der russischen Bank âFirst Czech Russian Bankâ. Sie gehörte Roman Popow, dem ehemaligen Finanzchef von Stroitransgas. Roman Popow ist ein Vertrauter des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin. Der Kredit kam unter Vermittlung des russischen Abgeordneten Alexander Babakow zustande. Babakow stand auf der EU-Sanktionsliste. Le Pen bestritt Medienberichte, die 9,4 Millionen Euro seien nur ein Teil eines gröĂeren Kredits in Höhe von 40 Millionen Euro.cite-ref-15[15]
Nachdem russische StreitkrĂ€fte auf Befehl von StaatsprĂ€sident Putin am 24. Februar 2022 den Ăberfall auf die Ukraine begannen, lieĂ der FN 1,2 Millionen Wahlkampfplakate fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl im April 2022 vernichten, die ein Bild von Marine Le Pen beim HĂ€ndeschĂŒtteln mit Putin zeigten.cite-ref-16[16] Als das europĂ€ische Parlament im November 2022 mit groĂer Mehrheit Russland zu einem staatlichen UnterstĂŒtzer des Terrorismus erklĂ€rte, stimmte die groĂe Mehrheit der FN-Fraktion gegen die Verurteilung.cite-ref-17[17]
Der Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission der französischen Nationalversammlung zur Einflussnahme fremder MĂ€chte auf gewĂ€hlte MandatstrĂ€ger in Frankreich, dessen Inhalt am 1. Juni 2023 öffentlich wurde, bezeichnet die Partei als âTreibriemenâ (Courroie de transmission) des russischen Regimes. Le Pen war eine Woche zuvor von der Kommission angehört worden. Der von der Abgeordneten Constance Le Grip (Renaissance) verfasste und mit 11 Stimmen gegen 5 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen angenommene Bericht konstatiert eine âAusrichtungâ des FN an der ârussischen Sichtweiseâ wĂ€hrend der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 durch das Land, die wenige Monate nach der KreditgewĂ€hrung der âFirst Czech Russian Bankâ an die Partei erfolgte. Kritisiert wurde in dem Bericht auch die Behauptung Marine Le Pens, die Bewohner der Krim hĂ€tten âfreiâ fĂŒr ihren Anschluss an Russland gestimmt. Le Pen bezeichnete den Bericht als âunehrlich und völlig politisiertâ.cite-ref-18[18] Nichtsdestotrotz spricht sich der FN systematisch gegen eine VerschĂ€rfung der Sanktionen gegen Russland im Rahmen des russischen Krieges gegen die Ukraine aus und plĂ€diert fĂŒr Waffenstillstandsverhandlungen unter den von Russland vorgelegten Bedingungen. Gleichzeitig wurden eine Reihe von direkten GeschĂ€ftsbeziehungen von FN-Abgeordneten mit russischen EmissĂ€ren bekannt.cite-ref-19[19] Ende Juni 2024 Ă€uĂerte Parteichef Bardella, er werde ânicht zulassen, dass der russische Imperialismus einen verbĂŒndeten Staat wie die Ukraine absorbiertâ. Es gehe ihm âum die UnterstĂŒtzung der Ukraine und die Vermeidung einer Eskalationâ mit der Atommacht Russland. Er sprach sich dabei sowohl gegen die Entsendung französischer Soldaten in die Ukraine als auch gegen die Lieferung von Raketen mit mittlerer Reichweite an die Ukraine, die russisches Territorium treffen könnten, aus.cite-ref-20[20]
Sozial- und Steuerpolitik
Die Partei spricht sich gegen die Anhebung des Mindestlohnes, gegen einen Mietendeckel sowie gegen eine Erhöhung der Kapitalertrags- und Vermögenssteuer aus. Nachdem sie zeitweise mit einem Renteneintrittsalter von 60 Jahren geworben hatte, befĂŒrwortet der aktuelle Parteivorsitzende Bardella eine Erhöhung der Altersgrenze auf 66 Jahre.cite-ref-21[21]
Ideologische Einordnung
WĂ€hrend der Front National unter Jean-Marie Le Pen in der Politikwissenschaft uneingeschrĂ€nkt als rechtsextremistisch eingeordnet wurde, ist die Einordnung seit der Ăbernahme des Parteivorsitzes durch Marine Le Pen 2011 uneinheitlich: Sofia Vasilopoulou und Daphne Halikiopouloucite-ref-22[22] sowie Marcus Stadelmanncite-ref-23[23] ordneten die Partei 2014 als eindeutig rechtsextrem ein. Jean-Yves Camuscite-ref-24[24] verwendete 2014 die Kategorie des ânationalpopulistischen Rechtsextremismusâ, Gilles Ivaldi und JoĂ«l Gombincite-ref-25[25] 2015 die der âpopulist radical rightâ. Sebastian Chwalacite-ref-26[26] beschrieb den Front National 2015 als ârechtspopulistischeâ Partei.
Tanja Wolf typologisierte den FN 2019 als ârechtspopulistisch mit rechtsextremen Tendenzenâ. Wie fĂŒr rechtspopulistische Parteien typisch, weise der Front National keine umfassende Ideologie, sondern eine eher flexible Weltanschauung auf. Auch die Anti-Establishment-Einstellung, die Forderungen nach Ausweitung der bĂŒrgerlichen Mitbestimmung, die GegenĂŒberstellung von âVolkâ und âEliteâ und die grundsĂ€tzliche UnterstĂŒtzung rechtsstaatlicher Prinzipien, die Ausrichtung auf eine charismatische FĂŒhrungsfigur sowie Rhetorik und Stil seien rechtspopulistische AusprĂ€gungen. Die Definition des Volkes als Kulturnation mit dem Islam als Feind, zugleich aber die Möglichkeit, dass sich Immigranten assimilieren und so auch zu Mitgliedern der französischen Nation werden können, sprĂ€chen ebenfalls eher fĂŒr Rechtspopulismus statt herkömmlichen Rechtsextremismus. Der hohe Grad der organisationalen Ausgestaltung mit stark zentralisierten, von der Spitze nach unten organisierten Strukturen mit starkem Unterbau entspreche hingegen dem einer rechtsextremen Partei.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]cite-ref-29[29]
Laut der Historikerin HĂ©lĂšne Miard-Delacroix (2024) geht es in den meisten Forderungen des RN um das vermeintlich echte Frankreich und die vermeintlich echten Franzosen. Dieses Konzept des französischen Volkes umfasse jedoch ausschlieĂlich weiĂe Franzosen. Diese Vorstellungen seien im Grunde âethno-rassistischâ und âethno-nationalâ. Sie bezeichnet den RN als âWolf im Schafspelzâ; in den letzten Jahrzehnten habe die neue ParteifĂŒhrung âverstanden, dass der Weg in die Regierung nur möglich sei, wenn man sich gewissermaĂen verniedlichtâ. Der Politikwissenschaftler und Rechtsextremismus-Experte Jean-Yves Camus bezeichnete den RN 2024 als rechtsnational und rechtsradikal. Die RN-Forderungen seien mit dem Gleichheitsprinzip in der französischen Verfassung kaum vereinbar, doch eine Gefahr fĂŒr die Republik sei die Partei deshalb noch nicht. Die Bezeichnung als rechtspopulistisch sei wiederum verharmlosend, da Parteichef Bardella einer identitĂ€ren Ideologie anhĂ€nge und vor der âgroĂen Auslöschungâ Frankreichs warne.cite-ref-30[30]
Parteiorganisation
Parteivorsitzende
| | Bild | Amtszeit | |
|---|---|---|---|
| Jean-Marie Le Pen | | 5. Oktober 1972 â 16. Januar 2011 | bis 2015 Ehrenvorsitzender [ 31 ] |
| Marine Le Pen | | 16. Januar 2011â25. April 2017 | Tochter von Jean-Marie Le Pen |
| Jean-François Jalkh (kommissarisch) | | 25. April 2017 â 28. April 2017 [ 32 ] | Le Pen gab den Parteivorsitz wĂ€hrend des PrĂ€sidentschaftswahlkampfs 2017 kurzzeitig ab |
| Steeve Briois (kommissarisch) | | 28. April 2017 â 15. Mai 2017 | ĂŒbernahm den kommissarischen Vorsitz, nachdem Jalkh wegen den Holocaust verleugnender Kommentare zurĂŒcktreten musste [ 33 ] |
| Marine Le Pen | | 15. Mai 2017 â 5. November 2022 | |
| Jordan Bardella | | seit 5. November 2022 | |
GeneralsekretÀre
| GeneralsekretÀr | Bild | Amtszeit |
|---|---|---|
| Alain Robert | | 1972â1973 |
| Dominique Chaboche | | 1973â1974 |
| Victor BarthĂ©lemy | | 1975â1978 |
| Alain Renault | | 1978â1980 |
| Pierre GĂ©rard | | 1980â1981 |
| Jean-Pierre Stirbois | | Juni 1981 â 5. November 1988 |
| Carl Lang | | 1988â1995 |
| Bruno Gollnisch | | 1995â2005 |
| Louis Aliot | | 11. Oktober 2005 â 2. Mai 2010 |
| Jean-François Jalkh | | 2. Mai 2010 â 16. Januar 2011 |
| Steeve Briois | | 16. Januar 2011 â 30. MĂ€rz 2014 |
| Nicolas Bay | | 30. November 2014 â 30. September 2017 |
| Steeve Briois | | 30. September 2017 â 11. MĂ€rz 2018 |
2018 wurde das Amt des GeneralsekretÀrs abgeschafft.
Familie Le Pen
Die Sammlungsbewegung RN ist stark von dem Einfluss der Familie Le Pen geprĂ€gt â schon unter Jean-Marie Le Pen waren seine drei Töchter (und deren EhemĂ€nner oder LebensgefĂ€hrten) zeitweilig in der Partei tĂ€tig; in seiner Nachfolge konnte sich kein Nicht-Familienmitglied gegen Marine Le Pen durchsetzen; Kritiker sprechen teilweise von âeinem florierenden Familienunternehmenâ oder einer âDynastieâ.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Neben Marine und Jean-Marie Le Pen waren oder sind politisch aktiv:
âą Marion MarĂ©chal-Le Pen (Enkelin von Jean-Marie Le Pen und Nichte von Marine) wurde 2012 fĂŒr den FN als Abgeordnete fĂŒr das DĂ©partement Vaucluse in die französische Nationalversammlung gewĂ€hlt; im Mai 2017 trat sie vorlĂ€ufig von allen politischen Funktionen zurĂŒck. Sie galt als Vertreterin einer traditionalistischen Linie, die die katholische IdentitĂ€t Frankreichs und das traditionelle Familienbild betonte, und wurde zeitweilig als ernsthafte Konkurrenz zu Marine Le Pen gesehen. Sie ist seither MitgrĂŒnderin und Direktorin der privaten Hochschule Institut des sciences sociales Ă©conomiques et politiques (Issep) in Lyon, die sich zum Ziel setzte, rechtskonservatives FĂŒhrungspersonal auszubilden.cite-ref-36[36] 2022 ging sie ĂŒber zu der konkurrierenden Partei ReconquĂȘte von Eric Zemmour.
âą Marie-Caroline Le Pen (Ă€lteste Schwester von Marine) kandidierte 1997 fĂŒr den FN in den Wahlen zur Nationalversammlung, brach mit ihrem Vater 1998. Im Jahr 2020 kandidierte sie erneut fĂŒr die Partei in den Kommunalwahlen in Calais. Ihr Ehemann ist ein langjĂ€hriger ParteifunktionĂ€r; ihre Tochter ist mit Jordan Bardella liiert, der seit November 2022 Parteivorsitzender ist.
âą Yann Le Pen (jĂŒngste Schwester von Marine und Mutter von Marion MarĂ©chal-Le Pen) ist in der Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit der Partei tĂ€tig. Wie bei Marine und Marie-Caroline ist ihr Ehemann ein langjĂ€hriger ParteifunktionĂ€r.
Geschichte
GrĂŒndungs- und Aufbauphase: die 1970er und 1980er Jahre des Front National
Die Partei wurde am 5. Oktober 1972 als Zusammenschluss verschiedener nationalkonservativer und rechtsextremer Strömungen gegrĂŒndet. VorlĂ€ufer und organisatorischer Kern des FN war das ComitĂ© dâinitiative pour une candidature nationale (Initiativkomitee fĂŒr eine nationale Kandidatur), das bei der PrĂ€sidentschaftswahl 1965 den Rechtsanwalt Jean-Louis Tixier-Vignancour als Kandidaten der Ă€uĂersten Rechten nominierte. Treibende Kraft des Komitees war Jean-Marie Le Pen, der auch als Wahlkampfleiter fĂŒr Tixier-Vignancour fungierte. Obwohl dessen Kandidatur mit nur 5,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang scheiterte, war es Le Pen gelungen, eine Plattform aus verschiedenen KrĂ€ften und Organisationen der radikalen Rechten zu bilden, die spĂ€ter den Grundstein fĂŒr den FN bildete.cite-ref-37[37]
Le Pen war zuvor Abgeordneter der aufgelösten Union de dĂ©fense des commerçants et artisans (Poujadisten) in der Nationalversammlung gewesen. Bereits zu Beginn machte der FN mit fremdenfeindlichen ĂuĂerungen und Parolen auf sich aufmerksam, die sich gegen Einwanderer in Frankreich richteten. Jean-Marie Le Pen wurde seit 1960 in mehr als 20 FĂ€llen unter anderem wegen Beleidigung, Morddrohungen, rassistischer sowie negationistischer ErklĂ€rungen und Körperverletzung rechtskrĂ€ftig verurteilt.
In den 1980er Jahren wurde der FN bei zwei Parlamentswahlen in Folge mit mindestens einem Abgeordneten in die Nationalversammlung gewĂ€hlt. Als Ursache kann der wirtschaftliche Pessimismus seiner damaligen KernwĂ€hlerschaft unter den KleinselbststĂ€ndigen gesehen werden. In den folgenden Jahren verĂ€nderte sich die Zusammensetzung der WĂ€hlerschaft stark. Zu Lasten der bis dahin fĂŒhrenden Kommunistischen Partei Frankreichs (PCF) baute der FN seine WĂ€hlerschaft unter den Arbeitern Nord- und Ostfrankreichs massiv aus, was unter anderem auf den Zusammenbruch des osteuropĂ€ischen Realsozialismus und die wirtschaftlichen Probleme der Region sowie die Arbeitslosigkeit durch den Strukturwandel weg von Kohle und Stahl zurĂŒckgefĂŒhrt wird. Dies setzte sich nicht fort, als Le Pens Beteiligung an Folterungen wĂ€hrend des Algerienkriegs bekannt wurden. Er hatte dies sowohl 1957 in einer Parlamentsrede als auch 1962 in einem Interview der Zeitschrift Combat erklĂ€rt und gerechtfertigt.cite-ref-38[38]
Die Spaltung
1998 spaltete sich Bruno MĂ©gret mit etwa der halben ParteifĂŒhrung des Front National und Tausenden von Mitgliedern ab, da er Le Pens FĂŒhrungsstil als schĂ€dlich fĂŒr die Erfolge der Partei ansah. Louis Aliot sagte 2015, der FN habe durch die zermĂŒrbenden Vorkommnisse zehn Jahre verloren.cite-ref-39[39] MĂ©grets Partei, das Mouvement national rĂ©publicain (MNR), konnte jedoch keine gröĂeren Erfolge vorweisen. Im gleichen Jahr wurde Le Pen zu einem Jahr Entzug des passiven Wahlrechts und drei Monaten GefĂ€ngnis auf BewĂ€hrung wegen Körperverletzung verurteilt, weil er eine sozialistische BĂŒrgermeisterin im Wahlkampf angegriffen hatte.
PrÀsidentschaftswahlen 2002
Zur allgemeinen Ăberraschung gelang es Jean-Marie Le Pen 2002, als Zweitplatzierter aus der ersten Runde der PrĂ€sidentschaftswahlen hervorzugehen und damit Lionel Jospin, den Kandidaten der Sozialistischen Partei Frankreichs (PS), auf den dritten Platz zu verweisen und in die zweite, entscheidende Runde der PrĂ€sidentschaftswahlen einzuziehen. In der folgenden Stichwahl unterlag er wie erwartet mit nur 17 gegenĂŒber 83 Prozent der abgegebenen Stimmen fĂŒr den amtierenden PrĂ€sidenten Jacques Chirac.
Regionalwahlen 2004
Bei den Regionalwahlen 2004 wurde Le Pen vom zustĂ€ndigen PrĂ€fekten der Region Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur die Kandidatur in seinem Wahlkreis Nizza aus formalen GrĂŒnden verweigert. Der Front National stellte diesen Vorgang als Verschwörung gegen Le Pen dar, konnte dadurch aber kein besseres Abschneiden der Partei bei den Wahlen erreichen. Der FN erzielte landesweit etwa 12,6 Prozent der Stimmen.
PrÀsidentschaftswahlkampf 2007
Im Wahlkampf um die PrĂ€sidentschaft wurde vor allem durch Marine Le Pen, die Tochter von Jean-Marie Le Pen, die bereits als Nachfolgerin ihres Vaters gehandelt wurde, eine Debatte um die âEntdiabolisierungâ der Partei gefĂŒhrt. Ziel dieser âNormalisierungâ und âModernisierungâ des FN war es, auch in der âMitte der Gesellschaftâ Themen national besetzen zu können.
Im September 2006 eröffnete der FN in Valmy seinen Wahlkampf fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahlen am 22. April und 6. Mai 2007. Mit der Diskussion um die Wahlkampfplakate kam es zu Auseinandersetzungen um die Parteistrategie. Angegriffen wurden die Vertreter einer Modernisierung, wie etwa Marine Le Pen. Die Plakate zeigten Personen, die einen vorwiegend weiĂen Querschnitt der Gesellschaft reprĂ€sentierten. Mit dem Daumen nach unten gerichtet lautete deren Aussage: âDie Linke und die Rechte â sie haben alles kaputt gemacht!â. Mit den âRechtenâ sind in Frankreich die Liberalen und Konservativen gemeint, nicht die extreme Rechte. Der Streit entbrannte um ein Plakat, das eine schwarze junge Frau zeigte. Sie beschwerte sich auf dem Plakat, âdass die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen auch âdie StaatsbĂŒrgerschaft, die Assimilation, die Aufstiegschancenâ zerstört oder verdorbenâ hĂ€tten. Dieses Plakat wurde abgelehnt, Marine Le Pens Strategie der Ăffnung der Partei (siehe unten) war erst einige Jahre spĂ€ter erfolgreich. Insgesamt verlor Jean-Marie Le Pen deutlich an WĂ€hlerstimmen und schied nach dem ersten Wahlgang aus. Er rief seine WĂ€hler auf, sich bei der Stichwahl zwischen dem konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy (UMP) und der sozialistischen Kandidatin SĂ©golĂšne Royal (PS) zu enthalten.
Unter der Vorsitzenden Marine Le Pen
Mitte Januar 2011 wechselte die ParteifĂŒhrung. Marine Le Pen ĂŒbernahm den Vorsitz von ihrem Vater und wurde in einer Mitgliederbefragung mit rund 68 Prozent der Stimmen gewĂ€hlt.cite-ref-spon-739772-40-0[40] Marine Le Pen steht fĂŒr eine Ăffnung der Partei hin zu Demokratie und Laizismus und eine Abkehr von Rassismus und Antisemitismus. Von rechtsextremen Parteien wie der BNP oder der NPD hĂ€lt die Partei seither Abstand und versucht sich als Kraft der rechten Mitte zu positionieren. Als Vorbilder werden die Alleanza Nazionale, die Partij voor de Vrijheid oder die UK Independence Party genannt. Auch die Zusammenarbeit mit der österreichischen FPĂ wurde intensiviert.cite-ref-41[41] Zentrales Thema ist dabei die Islamkritik bzw. Islamfeindlichkeit und die Warnung vor einer âIslamisierungâ Frankreichs. So soll die Partei auch fĂŒr Einwanderer offenstehen, wenn diese ein Bekenntnis zur französischen Nation und zur Assimilation ablegen. Von Experten wird die GlaubwĂŒrdigkeit dieser Kehrtwende aber bezweifelt, da viele Parteimitglieder an alten Positionen festhalten;cite-ref-42[42] eine öffentliche Abkehr von Jean-Marie Le Pen, der bis 2015 Ehrenvorsitzender der Partei blieb, und seinen rassistischen Aussagen erfolgte zunĂ€chst nicht.
Bei den Kantonalwahlen 2011 wurden zwei GeneralrĂ€te aus dem FN gewĂ€hlt, Patrick Bassot im DĂ©partement Vaucluse fĂŒr den Kanton Carpentras-Nord und Jean-Paul Dispard im DĂ©partement Var fĂŒr Brignoles. Dabei gewann Dispard im zweiten Wahlgang mit 50,03 gegen 49,97 Prozent fĂŒr den Kandidaten der PCF (eine Differenz von fĂŒnf Stimmen).cite-ref-43[43] FĂŒr die französische PrĂ€sidentschaftswahl 2012 nominierte der FN die Parteivorsitzende Marine Le Pen als Kandidatin. Sie kam auf 17,9 Prozent der Stimmen.cite-ref-spon-829056-44-0[44] Nach den darauffolgenden Parlamentswahlen ist der FN in der französischen Nationalversammlung mit zwei Abgeordneten vertreten: der Studentin der Rechtswissenschaft Marion MarĂ©chal-Le Pen und dem Rechtsanwalt Gilbert Collard.
Nach den Kommunalwahlen 2014 stellte die Partei mindestens zehn BĂŒrgermeister, etwa in FrĂ©jus, Villers-CotterĂȘts und Cogolin.cite-ref-45[45] Bei der Europawahl 2014 wurde der Front National mit 24,9 Prozent erstmals stĂ€rkste Partei Frankreichs und zog mit 16 Abgeordneten in das EuropĂ€ische Parlament ein. Seit 2014 gibt es Ermittlungen gegen Personen aus der FĂŒhrung des damaligen FN und seit September 2015 auch gegen den FN selbst wegen des Verdachts der illegalen Parteienfinanzierung und des finanziellen Betrugs zu Lasten des Staates im Umfeld der Wahlen 2012.cite-ref-46[46]
Familienfehde an der Spitze des Front National 2015
Im April und Mai 2015 eskalierten die schon lĂ€nger bestehenden Spannungen zwischen der Parteivorsitzenden Marine Le Pen und ihrem Vater, dem ParteigrĂŒnder Jean-Marie Le Pen.cite-ref-bbc-47-0[47] Dieser hatte in den vorangegangenen Jahren mehrfach fĂŒr Negativschlagzeilen gesorgt, so vor allem mit seiner wiederholten Bemerkung, dass der Holocaust ein âDetail der Geschichteâ sei. Am 8. April 2015 erklĂ€rte Marine Le Pen, dass sie die Kandidatur ihres Vaters zum Regionalrat von Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur nicht unterstĂŒtzen werde. In einer Erwiderung ĂŒber die Presse lieĂ der 86-jĂ€hrige Jean-Marie Le Pen verlauten, dass seine Tochter womöglich auf sein baldiges Ableben hoffe, aber diesbezĂŒglich nicht auf seine UnterstĂŒtzung rechnen könne. Uneingeladen tauchte er auf der Kundgebung des FN zum 1. Mai in Paris auf und lieĂ sich von seinen AnhĂ€ngern feiern. Am 4. Mai 2015 suspendierte das ExekutivbĂŒro (bureau exĂ©cutif) des FN unter Vorsitz von Marine Le Pen seine Mitgliedschaft in der Partei aufgrund seiner ĂuĂerungen ĂŒber den Zweiten Weltkrieg. Zugleich wurde eine Urabstimmung angekĂŒndigt zur Frage, ob das Amt des Ehrenvorsitzenden, das bisher Jean-Marie Le Pen innehatte, abgeschafft werden solle. Der Entscheidung des ExekutivbĂŒros war eine Abstimmung des Parteivorstandes vorangegangen, bei der sich 40 Mitglieder hinter Marine Le Pen gestellt hatten, bei einer Enthaltung und drei Gegenstimmen (Jean-Marie Le Pen, Bruno Gollnisch und Alain Jamet). In einem öffentlichen Kommentar meinte Marine Le Pen, dass ihr Vater es wohl nicht ertragen könne, dass der Front National auch ohne ihn als Vorsitzenden existieren könne und dass er nicht mehr im Namen des FN sprechen solle, da seine Bemerkungen der offiziellen Parteilinie widersprĂ€chen. Daraufhin entgegnete ihr Vater am 4./5. Mai 2015, ebenfalls ĂŒber die Presse, dass er âverstoĂenâ worden sei und dass es âskandalösâ wĂ€re, sollte seine Tochter bei der nĂ€chsten PrĂ€sidentschaftswahl 2017 siegen. Sie solle sich stattdessen lieber wieder verheiraten, damit sie nicht mehr seinen Familiennamen trage.cite-ref-bbc-47-1[47]cite-ref-48[48] Am 20. August 2015 wurde Jean-Marie Le Pen wegen âschwerer Verfehlungenâ aus der Partei ausgeschlossen.cite-ref-sz-2615025-49-0[49]
Bei den Regionalwahlen in Frankreich 2015 erhielt der Front National im ersten Wahlgang am 6. Dezember 2015 27,73 Prozent der WĂ€hlerstimmen und wurde in sechs der zukĂŒnftigen 13 Regionen die stĂ€rkste Partei. GemĂ€Ăigt rechte Listen (Les RĂ©publicains, Union des dĂ©mocrates et indĂ©pendants und Mouvement dĂ©mocrate) erhielten 26,65 und gemĂ€Ăigt linke Listen (Parti socialiste, Parti radical de gauche) 23,12 Prozent der WĂ€hlerstimmen.cite-ref-regionalwahl-2015-50-0[50] Im zweiten Wahlgang unterlag der Front National den Kandidaten der Republikaner und der Sozialisten und stellte somit in keiner der 13 französischen Regionen die Regierung.cite-ref-spon-1067637-51-0[51]
PrÀsidentschaftswahl und Parlamentswahlen 2017 und 2022
Im Vorlauf zu den PrĂ€sidentschaftswahlen 2017 galt Marine Le Pen lange als aussichtsreichste Kandidatin und lag bis ins FrĂŒhjahr 2017 mit bis zu 30 Prozent an der Spitze der Umfragen. Trotz Korruptionsskandalen bei den Republikanern, des Zusammenbruchs der Stimmabsichten fĂŒr die Sozialisten und verschiedener TerroranschlĂ€ge im FrĂŒhjahr 2017 konnte Marine Le Pen mit dem Aufstieg von Emmanuel Macron ihren Vorsprung nicht halten und wurde im ersten Wahlgang im April 2017 mit 21,3 Prozent der Stimmen nur Zweite, zog damit aber in die Stichwahl gegen Macron ein. In der einzigen Fernsehdebatte mit Macron zwischen erstem und zweitem Wahlgang wurde die Leistung und Argumentation von Le Pen allgemein als enttĂ€uschend eingeschĂ€tztcite-ref-52[52] und in der Wahl erhielt sie mit 33,9 Prozent deutlich weniger Stimmen als erhofft. In der kurz darauf folgenden Wahl zur Nationalversammlung erhielt die Partei acht Mandate. Das war mehr als bei den vorherigen Wahlen, bei denen der FN nur zwei Abgeordnetensitze erhalten hatte. Das Ergebnis reichte allerdings nicht zur Bildung einer eigenen Fraktion im Parlament, da dafĂŒr mindestens 15 Parlamentarier benötigt werden.
Intern wurde die FĂŒhrung um Marine Le Pen und ihren Stellvertreter Florian Philippot zunehmend kritisiert und fĂŒr das enttĂ€uschende Ergebnis verantwortlich gemacht. Es hieĂ, der scharf anti-europĂ€ische Kurs und die Ablehnung des Euros hĂ€tten viele potentielle WĂ€hler abgeschreckt und ein BĂŒndnis mit konservativen Politikern vereitelt.cite-ref-53[53] Auch ein Anfang Mai 2017 angekĂŒndigtes WahlbĂŒndnis mit der nationalkonservativen Splitterpartei Debout la France brach schon wenige Tage spĂ€ter auseinander, noch vor der Parlamentswahl. Die darauf folgenden internen Streitigkeiten fĂŒhrten dazu, dass der FN innenpolitisch kaum noch in Erscheinung trat. Ende September kam es dann zu Sanktionen gegen Florian Philippot, dem vorgeworfen wurde, mit seiner parteiinternen Vereinigung Les Patriotes seine Macht in der Partei ausbauen zu wollen; umgehend kĂŒndigte er seinen Austritt aus der Partei an.
Marine Le Pen kĂŒndigte im MĂ€rz 2018 die Umbenennung der Partei in Rassemblement National an. Die Umbenennung wurde im Juni 2018 in Lyon von 81 Prozent der Mitglieder per Urabstimmung bestĂ€tigt.cite-ref-54[54] Der neue Parteiname geht auf die in den 1980er Jahren unter Jean-Marie Le Pen bestehende Parlamentsgruppe Front National â Rassemblement National in der Nationalversammlung zurĂŒck.cite-ref-55[55] Der Publizist Roger de Weck schrieb, dass der neue Name auch an das Rassemblement national populaire von 1941 erinnere, das die âReinigung und den Schutz der Rasseâ betrieb.cite-ref-56[56] Le Pen verlor die PrĂ€sidentschaftswahl 2022 erneut im zweiten Wahlgang gegen Macron; die Partei erhielt aber bei der folgenden Wahl zur Nationalversammlung ihr bis dahin bestes Wahlergebnis und kann damit die gröĂte Oppositionsfraktion mit 89 Abgeordneten stellen. Im November 2022 ĂŒbergab Le Pen den Parteivorsitz an Jordan Bardella, der als treuer Gefolgsmann von Marine le Pen gilt.cite-ref-57[57]cite-ref-58[58] Marine Le Pen fĂŒhrt aber weiterhin die Fraktion des RN in der Nationalversammlung.
Wahlergebnisse
PrÀsidentschaftswahlen:
âą 1974 (Jean-Marie Le Pen): 0,75 %
âą 1981: nicht teilgenommen
âą 1988 (Jean-Marie Le Pen): 14,38 %
âą 1995 (Jean-Marie Le Pen): 15,00 %
âą 2002 (Jean-Marie Le Pen): 16,86 %, 2. Wahlgang: 17,79 %
âą 2007 (Jean-Marie Le Pen): 10,44 %
âą 2012 (Marine Le Pen): 17,90 %
âą 2022 (Marine Le Pen): 23,20 %, 2. Wahlgang: 41,46 %
Parlamentswahlen (Prozentangaben der jeweils ersten Wahlrunde):
âą 1973: 1,33 % (0 von 491 Mandaten)
âą 1978: 0,29 % (0 von 491 Mandaten)
âą 1981: 0,18 % (0 von 491 Mandaten)
âą 1986: 9,65 % (35 von 573 Mandaten)
âą 1988: 9,66 % (1 von 577 Mandaten)
âą 1993: 12,42 % (0 von 577 Mandaten)
âą 1997: 14,94 % (1 von 577 Mandaten)
âą 2002: 11,34 % (0 von 577 Mandaten)
âą 2007: 4,29 % (0 von 577 Mandaten)
âą 2012: 13,60 % (2 von 577 Mandaten)
âą 2017: 13,20 % (8 von 577 Mandaten)
âą 2022: 18,68 % (89 von 577 Mandaten)
âą 2024: 29,25 %
Europawahlen:
âą 1984: 10,95 % (10 von 81 Mandaten)
âą 1989: 11,73 % (10 von 81 Mandaten)
âą 1994: 10,52 % (11 von 87 Mandaten)
âą 1999: 5,69 % (5 von 87 Mandaten)
âą 2004: 9,81 % (7 von 74 Mandaten)
âą 2009: 6,34 % (4 von 74 Mandaten)
âą 2014: 24,86 % (24 von 74 Mandaten)
âą 2019: 23,31 % (23 von 79 Mandaten)
âą 2024: 31,36 % (30 von 81 Mandaten)
Regionale Hochburgen
Hochburgen des FN befinden sich in SĂŒdfrankreich (le Midi), wie zum Beispiel in den Regionen Languedoc-Roussillon und Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur und den von sozialen Problemen geprĂ€gten IndustriestĂ€dten der Regionen Lothringen und Nord-Pas de Calais. Eine weitere historische Hochburg des FN ist das Elsass. Dort existierte allerdings mit der Kleinpartei Alsace dâabord aufgrund ihres regionalen Profils ein direkter Konkurrent zum FN. Ein programmatischer Unterschied zwischen beiden Parteien besteht darin, dass Alsace dâabord eindeutig pro-europĂ€isch ausgerichtet ist. Alsace dâabord ist jedoch Ende der 2000er-Jahre in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.
Politische Vorfeldorganisationen
Die Jugendorganisation des FN hieĂ von ihrer GrĂŒndung 1973 bis 2018 Front national de la jeunesse (FNJ), dann benannte sie sich in GĂ©nĂ©ration nation (GN) um. Ihr Vorsitzender war von 2018 bis 2021 der Europaabgeordnete Jordan Bardella. Der von Roger Holeindre initiierte service dâordre « DOM », seit 1993 DĂ©partement protection sĂ©curitĂ© (DPS; Abteilung Schutz und Sicherheit) agiert als parteieigener Sicherheitsdienst. Zum Umfeld des FN gehörte zudem die 1985 von Bernard Antony gegrĂŒndete Alliance gĂ©nĂ©rale contre le racisme et pour le respect de lâidentitĂ© française et chrĂ©tienne (AGRIF; âallgemeine Allianz gegen den Rassismus und fĂŒr den Respekt vor der französischen und christlichen IdentitĂ€tâ), die sich nach eigener Aussage gegen âanti-französischen und christenfeindlichen Rassismus, Pornographie und Verletzungen des Respekts vor Frauen und Kindernâ einsetzt. Sie spricht vor allem das traditionell katholische Milieu an. DarĂŒber hinaus gab bzw. gibt es Vorfeldorganisationen fĂŒr GeschĂ€ftsleute, Landwirte, Frauen, Arbeiter und Arbeitslose.cite-ref-60[60]
In den 1990er-Jahren wurden mehrere Branchengewerkschaften gegrĂŒndet, die mit dem FN verbunden waren, insbesondere fĂŒr Polizisten, GefĂ€ngnispersonal, BeschĂ€ftigte im öffentlichen Verkehr. Ihrem Dachverband Coordination française nationale des travailleurs (CFNT) wurde nach den Arbeitsgerichtswahlen 1997 der Gewerkschaftsstatus gerichtlich aberkannt, weil er zu stark parteipolitisch ausgerichtet war.cite-ref-61[61] Auch der Polizeigewerkschaft Front national de la Police (FNP) erkannte der Kassationshof 1998 den Gewerkschaftscharakter ab.
EuropÀische Ebene
Bei ihrer ersten Europawahl 1984 zog der FN mit zehn Abgeordneten ins Europaparlament ein. Gemeinsam mit der postfaschistischen italienischen MSI und einem griechischen Abgeordneten grĂŒndete man die Fraktion der EuropĂ€ischen Rechten. Fraktionsvorsitzender war Jean-Marie Le Pen. Nach der Europawahl 1989 zog sich die MSI aus der Zusammenarbeit mit dem FN zurĂŒck. Neuer Partner wurden die deutschen Republikaner (REP) sowie der einzige Abgeordnete des Vlaams Blok. Erneut war Le Pen Fraktionsvorsitzender. Die Fraktion war geprĂ€gt von Streitigkeiten zwischen und innerhalb der Parteien, insbesondere bei den REP. Nachdem die REP unter dem Parteivorsitzenden und Europaabgeordneten Franz Schönhuber zwei Europaabgeordnete wegen rechtsextremistischer und antisemitischer Aussagen ausgeschlossen hatten, weigerte sich Le Pen, diese auch aus der Fraktion auszuschlieĂen. Daraufhin verlieĂen Schönhuber und spĂ€ter fast alle weiteren REP-Abgeordneten die Fraktion.
Durch das Ausscheiden der Republikaner 1994 kam im EuropĂ€ischen Parlament keine rechtsradikale Fraktion mehr zustande. Der FN suchte die Zusammenarbeit mit anderen europĂ€ischen Parteien, unter anderem durch GrĂŒndung des ParteienbĂŒndnis Euronat 1997, blieb im Europaparlament aber vorerst fraktionslos. GemĂ€Ăigtere rechtspopulistische Parteien wie die Freiheitliche Partei Ăsterreichs (FPĂ) unter Jörg Haider, die DĂ€nische Volkspartei (DF), die norwegische Fortschrittspartei und selbst die MSI-Nachfolgepartei Alleanza Nazionale distanzierten sich von Le Pen und der FN.cite-ref-62[62] 1999 beteiligte sich der FN an der GrĂŒndung der Technischen Fraktion der UnabhĂ€ngigen Abgeordneten, einer gemischten Fraktion aus rechts- und linksextremen sowie radikaldemokratischen Abgeordneten. Die Fraktion wurde 2001 mangels âfehlender politischer Zugehörigkeitâ aufgelöst. Nach dem Beitritt RumĂ€niens und Bulgariens zur EU im Januar 2007 und dem damit verbundenen Einzug rechtsextremer Parteien aus beiden LĂ€ndern konnte der FN die Fraktion IdentitĂ€t, Tradition, SouverĂ€nitĂ€t (ITS) mitgrĂŒnden. Fraktionsvorsitzender wurde der FN-Politiker Bruno Gollnisch. Gemeinsame politische Grundlage der neu gegrĂŒndeten Fraktion war die sogenannte âWiener ErklĂ€rung der europĂ€ischen patriotischen und nationalen Parteien und Bewegungenâ, die eine politische Plattform rechter EU-kritischer Parteien in Europa darstellte. Nach internen Streitereien und dem Austritt der rumĂ€nischen Abgeordneten der PRM wurde die Fraktion am 14. November 2007 aufgelöst, da sie weniger als 20 Mitglieder hatte.cite-ref-63[63]
Erneut verblieben die Abgeordneten der FN fraktionslos. 2009 grĂŒndeten Le Pen, Gollnisch und weitere Mitglieder der ehemaligen ITS-Faktion die die Europapartei Allianz der EuropĂ€ischen nationalen Bewegungen. Mit dem Wechsel des Parteivorsitzes von Jean-Marie zu Marine Le Pen suchte sich der FN neue Partner in Europa. Marine Le Pen wurde 2012 stellvertretende Vorsitzende der Europapartei EuropĂ€ische Allianz fĂŒr Freiheit (EAF), der unter anderem Abgeordnete der FPĂ und der Vlaams Belang (VB) angehörten. Zur Europawahl 2014 schmiedete Marine Le Pen ein âBĂŒndnis der SouverĂ€nistenâ, dem neben den EAF-Mitgliedern die niederlĂ€ndische PVV von Geert Wilders und die Lega Nord angehörten. Andere Parteien wie die UK Independence Party (UKIP) oder die Alternative fĂŒr Deutschland lehnten dagegen eine Zusammenarbeit mit dem FN ab.cite-ref-64[64] Die als mögliche Partner gehandelten Schwedendemokraten hielten sich zurĂŒck. Die rechtsextreme ungarische Jobbik-Partei und die neonazistische Goldene Morgenröte aus Griechenland waren vom FN nicht in der Fraktion gewollt.cite-ref-tagesspiegel-9967714-65-0[65] Die geplante GrĂŒndung einer Fraktion nach der Wahl kam trotz Sitzzugewinnen der BĂŒndnispartner nicht zustande, da sich nicht aus mindestens sieben LĂ€ndern Abgeordnete fĂŒr die Fraktion fanden.
In der Folge initiierten der FN und ihre Vorsitzende Marine Le Pen die GrĂŒndung der Europapartei Bewegung fĂŒr ein Europa der Nationen und der Freiheit (MENL), die am 3. Oktober 2014 erfolgtecite-ref-la-nouve-12597-66-0[66] und mittelfristig die EAF ablöst.cite-ref-opendemo-the-eaf-67-0[67] Im Dezember 2014 wurde die MENL vom EuropĂ€ischen Parlament anerkannt und eine Parteienfinanzierung von 1,17 Millionen Euro zugesprochen.cite-ref-grants15-68-0[68]
Im Juni 2015 konnte mit einer UKIP-ĂberlĂ€uferin die Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) gegrĂŒndet werden. Sie ist in der laufenden Wahlperiode die kleinste Fraktion des Europaparlaments. Gemeinsame Fraktionsvorsitzende wurden Marcel de Graaff und Marine Le Pen. Nach Le Pens Wechsel in die französische Nationalversammlung ĂŒbernahm Nicolas Bay, damals noch GeneralsekretĂ€r des FN. Nach der Europawahl 2019 wurde die ENF von der Fraktion IdentitĂ€t und Demokratie abgelöst.
| Wahl | Spitzenkandidat/-in | Europapartei | Stimmen | Prozent | Sitze | Fraktion |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1979 | nicht angetreten | nicht angetreten | nicht angetreten | nicht angetreten | nicht angetreten | nicht angetreten |
| 1984 | Jean-Marie Le Pen | â | 2.210.334 | 11,0 % | 10/81 | Fraktion der EuropĂ€ischen Rechten |
| 1989 | Jean-Marie Le Pen | â | 2.129.668 | 11,7 % | 10/81 | Technische Fraktion der EuropĂ€ischen Rechten |
| 1994 | Jean-Marie Le Pen | â | 2.050.086 | 10,5 % | 11/87 | fraktionslos |
| 1999 | Jean-Marie Le Pen | Euronat | 1.005.113 | 0 5,7 % | 5/87 | Technische Fraktion der UnabhÀngigen Abgeordneten (bis Oktober 2001) |
| 2004 | Jean-Marie Le Pen | Euronat | 1.684.792 | 0 9,8 % | 7/78 | IdentitÀt, Tradition, SouverÀnitÀt (Januar bis November 2007) |
| 2009 | Jean-Marie Le Pen | Euronat | 1.091.691 | 0 6,3 % | 3/72 | fraktionslos |
| 2014 | Marine Le Pen | EAF | 4.712.461 | 24,9 % | 24/74 | Europa der Nationen und der Freiheit (ab Juni 2015) |
| 2019 | Jordan Bardella | MENL | 5.286.939 | 23,3 % | 22/74 | IdentitÀt und Demokratie |
| 2024 | Jordan Bardella | ID | 7.765.936 | 31,4 % | 30/81 | IdentitÀt und Demokratie |
Literatur
EintrÀge in Nachschlagewerken
âą Stephen E. Atkins: Encyclopedia of Modern Worldwide Extremists and Extremist Groups. Greenwood Press, Westport 2004, ISBN 0-313-32485-9, S. 101â103. (siehe: Front National (FN) (France))
âą Jean-Yves Camus: Front National (Frankreich). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. Im Auftrag des Zentrums fĂŒr Antisemitismusforschung der Technischen UniversitĂ€t Berlin. De Gruyter Saur, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-3-598-24078-2, S. 264â266. (Ăbersetzung durch Christian Mentel)
âą Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsextremismus: Netzwerke, Parteien, Organisationen, Ideologiezentren, Medien (= rororo aktuell. 13425). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-499-13425-X, S. 228â233. (siehe: Front National (F.N.))
Monografien/SammelbÀnde
âą Magali Balent: Le Front national et le monde. Le discours du FN sur les relations internationales sous la prĂ©sidence de Jean-Marie Le Pen. Editions universitaires europeennes, SaarbrĂŒcken 2011, ISBN 978-613-1-58693-4.
âą Jean-Yves Camus: Front national. Eine Gefahr fĂŒr die französische Demokratie? (= Schriftenreihe Extremismus & Demokratie, Bd. 11). Bouvier, Bonn 1998, ISBN 3-416-02716-7.
⹠Sebastian Chwala: Der Front National. Geschichte, Programm, Politik und WÀhler (= Neue kleine Bibliothek. 219). PapyRossa, Köln 2015, ISBN 978-3-89438-592-7.
âą Peter Davies: The National Front in France. Ideology, discourse and power. Routledge, London u. a. 1999, ISBN 0-415-15866-4.
⹠Daniela Heimberger: Der Front National im Elsass. Rechtsextremismus in Frankreich. Eine regionale Wahlanalyse. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13700-X (zugl. Dissertation, UniversitÀt Freiburg, 2001).
âą Ina Ketelhut: Rechtsextremismus in den USA und Frankreich. Eine Fallstudie ĂŒber das WĂ€hlerpotential von Jean-Marie Le Pen und George Wallace (= Kieler Schriften zur politischen Wissenschaft, Bd. 11). Lang, Frankfurt/M. 2000, ISBN 3-631-35642-0.
âą Thomas Lampe: Der Aufstieg der âFront Nationalâ in Frankreich. Extremismus und Populismus von rechts (= DiskussionsbeitrĂ€ge des Instituts fĂŒr Politische Wissenschaft (Hannover). D 16). Mit einem Vorwort von Wolfgang Kreutzberger, Materialis-Verlag, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-88535-146-3.
⹠Nonna Mayer, Pascal Perrineau (Hrsg.): Le Front National à découvert. Presses de Sciences Po, Paris 1996, ISBN 2-7246-0696-5.
⹠Bernhard Schmid: Die Rechten in Frankreich. Von der Französischen Revolution zum Front National (= Antifa Edition). Elefanten Press, Berlin 1998, ISBN 3-88520-642-0.
âą Harvey G. Simmons: The French National Front. The Extremist Challenge to Democracy. Westview Press, Boulder 1996, ISBN 0-8133-8979-8.
âą Anne Tristan: Von innen. Als Mitglied der Front National in der Hochburg Le Pens. Mit einem Vorwort von GĂŒnter Wallraff, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1988, ISBN 3-462-01909-0.
BeitrÀge in SammelbÀnden
âą Magali Balent: The French National Front from Jean-Marie to Marine Le Pen: Between Change and Continuity. In: Karsten Grabow, Florian Hartleb (Hrsg.): Exposing the Demagogues. Right-wing and National Populist Parties in Europe. Konrad-Adenauer-Stiftung / Centre for European Studies, Berlin 2013, ISBN 978-2-930632-26-1, S. 161â186.
âą Brigitte Beauzamy: Explaining the Rise of the Front National to Electoral Prominence: multi-faceted or contradictory models?. In: Ruth Wodak, Majid KhosraviNik, Brigitte Mral (Hrsg.): Right-Wing Populism in Europe: Politics and Discourse. Bloomsbury, London u. a. 2013, ISBN 978-1-78093-343-6, S. 177 ff.
âą Jean-Yves Camus: The Front National in International Perspective. In: Caroline Y. Robertson-von Trotha (Hrsg.): Rechtsextremismus in Deutschland und Europa. Rechts auĂen â rechts âMitteâ? (= Reihe Kulturwissenschaft interdisziplinĂ€r. Bd. 7). Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-5817-6, S. 103 ff.
⹠Jocelyn Evans: « La politique du dehors avec les raisons du dedans ». Foreign and Defence Policy of the French Front National. In: Christina Schiori Lang (Hrsg.): Europe for the Europeans: The Foreign and Security Policy of the Populist Radical Right. Ashgate Publishing, Burlington u. a. 2007, ISBN 978-0-7546-4851-2, S. 125 ff.
âą Christopher Flood: Organizing Fear and Indigination. The Front National in France. In: Richard J. Golsan (Hrsg.): Facismâs Return. Scandal, Revision, and Ideology since 1980. University of Nebraska Press, Lincoln 1998, ISBN 0-8032-2159-2, S. 19 ff.
âą Gilles Ivaldi, Marc Swyngedouw: Rechtsextremismus in populistischer Gestalt. Front National und Vlaams Belang. In: Frank Decker (Hrsg.): Populismus: Gefahr fĂŒr die Demokratie oder nĂŒtzliches Korrektiv?. VS Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14537-1, S. 121â143.
âą Nonna Mayer, Mariette Sineau: France: The Front National. In: Helga Amesberger, Brigitte Halbmayr (Hrsg.): Rechtsextreme Parteien â eine mögliche Heimat fĂŒr Frauen?. Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3366-9, S. 61 ff.
âą Subrata K. Mitra: The National Front in Franceâa Single-Issue Movement?. In: Klaus von Beyme (Hrsg.): Right-Wing Extremism in Western Europe. Routledge, New York 2013, ISBN 978-0-7146-3345-9, S. 47 ff.
Weblinks
Commons
: Rassemblement National
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⹠WebprÀsenz des Rassemblement National (französisch)
âą Bernhard Schmid (Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung): Wie Marine Le Pen den Front National modernisierte. Dossier Rechtsextremismus, 12. Mai 2014.
âą Matthias Daum (Die Zeit): Mehr als eine sĂŒffige Familienstory â Wie wurde die französische Rechte um die Le Pens so stark? (30. Juni 2024)
Einzelnachweise
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